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Was tut man als Chemiker und Chemikerin, wenn man während der Corona Pandemie zu viel Zeit und ein altes Industriedenkmal zur Verfügung hat? Man kommt auf Schnapsideen im wahrsten Sinne des Wortes! Die beiden passionierten Gin Tester Dorothea Wolff von Gudenberg und Peter Klewinghaus, zufällig in ihrem ersten Leben beide Chemiker, kamen auf die Idee einen eigenen besonders leckeren Gin zu machen.

 

Das Industriedenkmal der Amalienhütte, Baujahr ca. 1840 als Verwaltungs- und Wohngebäude der gleichnamigen Eisenhütte, befindet sich im Wittgensteiner Land, dem südlichsten Zipfel des Sauerlandes, für Berge und Bäche berühmt. Hier entspringen Sieg, Eder und Lahn wenige Kilometer voneinander entfernt und stürzen sich die Berge hinunter um im Tal schon beachtliche Breite zu haben. Eiskalter Schnee, Sonnenschein, klirrende Kälte im Winter und klare frische Luft mit viel Regen im Sommer - das ist das Klima der Gegend, die berühmt ist für reines Quellwasser, das dort traditionell zum Bierbrauen verwendet wird. 


Familie Wolff von Gudenberg und Klewinghaus mit ihren vier Töchtern geniessen in der Amalienhütte schon länger das Landleben als Rückzugsort für die Wochenenden. Hier wird der ganze Tag im Freien verbracht, die kleinen Bäche und Kanäle umgeleitet und ein Feuer zum Grillen im Garten gemacht. Viele schöne Erinnerungen an ein unbeschwertes Familienleben mit Freunden verbinden sich mit der Amalienhütte, so dass die Idee dem Industriedenkmal durch eine Destillationsanlage noch mehr Leben einzuhauchen nur folgerichtig erscheint. Der Familienrat tagte und befand die Idee als verrückt und gut und so wurde die Idee in die Tat umgesetzt -- ein größeres Projekt als anfangs gedacht.

Trotz teilweise schwieriger Verhandlungen mit Denkmal- und Brandschutz ist die behutsamen Renovierung der 6 m hohen alten Scheune, mit dem Freilegen der Fachwerkbalken, wobei das Mauerwerk zu sehen bleibt, gelungen. Die state-of-the-art-Destillationsanlage von Arnold Holstein steht und läuft und produziert köstliche Brände.